Expert Insight: Vanessa Penno über den wachsenden Malzkeim-Markt

Was hat sich im Malzkeim-Geschäft innerhalb des letzten Jahres verändert?

Das Geschäft hat auf jeden Fall stark zugenommen, vor allem im Bereich der losen Malzkeime haben wir mittlerweile Kunden, die mehrere hundert Tonnen im Monat abnehmen. Das ist erfreulich, da die Malzkeime anfangs noch ein kleines Nebenprodukt bei Grainli® waren.

Wo werden die Malzkeime eingesetzt?

Malzkeime sind ein Nebenprodukt der Malzherstellung und werden vorrangig in der Futtermittelherstellung benötigt, insbesondere für Milchkühe und Mastrinder, aber auch für Schweine oder Kaninchen. Man unterscheidet hier zwischen losen Malzkeimen und pelletierten Malzkeimen, die in unterschiedlichen Futtermittelmischungen zum Einsatz kommen. Malzkeime weisen eine gute Kombination aus Proteinen, Energie, Ballaststoffen und B-Vitaminen auf, die sie als Komponente im Tierfutter interessant machen.

Woran merkt ihr konkret, dass die Nachfrage steigt?

Das zeigt sich an der höheren Kundennachfrage nach mehr Mengen und Folgekontrakten, die geschlossen werden. Diese Bereitschaft, sich frühzeitig Mengen zu sichern, bestätigt uns die steigende Nachfrage auf Kundenseite nach dem Produkt.

Was sind aus deiner Sicht die Gründe für diesen Nachfrageanstieg?

Ich kann mir vorstellen, dass Malzkeime als Futtermittel stärker in den Fokus rücken, und somit die Kreislaufwirtschaft positiv unterstützen und eine wertvolle Komponente im Tierfutter darstellen. Außerdem haben wir als Grainli im Laufe des Jahre eine stabile Beziehung zu unseren Kunden und Lieferanten aufgebaut, sodass alle Seiten von der Qualität der Ware überzeugt sind.

Was macht Malzkeime als Produkt besonders?

Aus meiner Sicht sind Malzkeime ein spannendes Produkt, da sie nicht im klassischen Sinne „hergestellt“ werden, sondern aus einem bestehenden Produktionsprozess entnommen werden. Es entsteht ein hochwertiges  eigenständiges Produkt, welches eigenständig vermarktet werden kann und einen wichtigen Beitrag in der Kreislaufwirtschaft als Tierfuttermittel leistet.

Welche Rolle spielt die Qualität?

Da Malzkeime ein Naturprodukt sind, spielt der Wassergehalt beispielsweise für die Lagerfähigkeit eine wichtige Rolle. Für die Einbringung ins Tierfutter sind der Protein- und Fasergehalt ebenfalls von Bedeutung in der Rationsplanung.

Was ist bei der Logistik von Malzkeimen besonders zu beachten?

Besonders wichtig ist die Sicherstellung der Transportwege über geeignete LKW mit entsprechenden Zertifizierungen und die Zusammenarbeit mit verlässlichen Speditionen. Die Einhaltung der Lade- und Lieferzeiten sind ein besonders entscheidender Faktor: da auf der Lieferantenseite die Produktion stets weiterläuft, muss die Abholung so geplant werden, sodass es nicht zum Ausschöpfen der Lagerkapazitäten kommt. Gleichzeitig ist der Kunde ist auf die pünktliche Zustellung der Ware angewiesen, um seine Futtermischungen fristgerecht zum Weiterverkauf herstellen zu können.

Was sind aktuell die größten Herausforderungen?

Eine große Herausforderung im Moment sind auf jeden Fall steigende Dieselpreise und somit erhöhte Transportkosten seitens der Speditionen. Das Geschäft läuft zu 100% über LKW-Abholungen. Steigende Kosten, die sich von Woche zu Woche ändern, sind von unserer Seite kaum zu beeinflussen und man muss immer neue Wege finden, um sich an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen.

Was findest du persönlich an diesem Produkt/Geschäft besonders spannend?

Besonders spannend finde ich, dass die Malzkeime bei Grainli das Braugersten- und Petfood Geschäft miteinander verknüpfen: Durch die Verarbeitung der Braugerste fallen in der Mälzerei die Malzkeime an, die anschließend zu den Futtermittelherstellern verbracht werden.

Wie funktioniert das Zusammenspiel zwischen Braugerste und Malzkeimen?

Die Malzkeime hängen direkt mit der Verarbeitung der Braugerste in der Mälzerei zusammen. Die Braugerste wird während des Mälzungsprozesses zum Keimen gebracht. Die gekeimten Körner werden je nach Verwendungszweck bei verschiedenen Temperaturen getrocknet und geröstet. Die Keime werden im Anschluss abgetrennt, wodurch Malzkeime entstehen. Diese können dann anschließend zu Pellets verarbeitet werden.

Wie glaubst du, wird sich der Markt weiterentwickeln?

Ich hoffe, in Zukunft wird sich die Nachfrage nach Malzkeimen weiterhin positiv entwickeln, da Unternehmen ständig nach Möglichkeiten suchen, vorhandene Rohstoffe effizient zu nutzen. Gleichzeitig wird der Markt von vielen Faktoren wie Ernteerträgen, Braugerstenmengen, Malzproduktion, Futtermittelpreisen aber auch von Transportkosten und letztendlich auch vom Bierkonsum beeinflusst. Entscheidend ist letztendlich die effiziente Zusammenführung von Angebot und Nachfrage- eine wichtige Aufgabe von Grainli®, denn wir verbinden Märkte.

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